

Ich wusste, ich brauchte Zeit für mich alleine.
Abschalten, Durchatmen, Auftanken.
So unternahm ich diesen Sommer einen kleinen Roadtrip. Der Plan war, nicht wirklich einen Plan zu haben – und einfach zu sein. Und die Voraussetzungen dafür waren ziemlich gut. Ich verbrachte wirklich ein paar wunderbare Ferientage an vielen schönen und spannenden Orten, war unabhängig und hatte Zeit, einfach das zu tun, worauf ich gerade Lust hatte.
Während dieser kurzen Auszeit ertappte ich mich allerdings immer wieder dabei, wie ich versucht war, meinen „Plan“ auf möglichst produktive Art und Weise zu verfolgen: Beim Chillen auf dem Sofa noch ein paar schon lange offene Nachrichten beantworten, auf dem Strandspaziergang wieder mal ein paar Seiten meines Gebetstagebuches zu füllen (welches im Vergleich zu anderen Jahren dieses Jahr bis jetzt ja eh ziemlich mager ausgefallen war), meine Reise mit Fotos für Freunde und Familie zu dokumentieren, endlich eines der vielen angefangenen Bücher zu Ende lesen, die Zeit hier im Ausland nutzen um meine Englischkenntnisse aufzufrischen…
Zugegeben, vielen dieser Impulse bin ich dann tatsächlich nachgegangen. Und ich möchte auch nicht sagen, dass das falsch war, schliesslich waren es alles Dinge die mir guttun und Spass machen. Die kostbarsten Momente aber waren nicht die, in denen ich mich beschäftigt gehalten habe, erholsamen und nutzvolle Dinge zu tun. Es waren jene Momente, in denen mein ganzes Ich zur Ruhe kommen und einfach sein konnte:
Ich spüre, wie müde mein Körper und meine Seele eigentlich sind. Von langen Arbeitstagen, zu wenig Schlaf, Stress und Anspannung. Vom vielen Nachdenken, Sorgen, Trauern, um das, was alles in unserer Welt, im Leben meiner Mitmenschen, in meinem Inneren passiert. Und gleichzeitig spüre ich da diese Zufriedenheit. Eine innere Zufriedenheit, richtig zu sein, lebendig zu sein, in diesem Moment mit Gott zu sein. Ein tiefer Friede umschliesst Fragen, Unsicherheiten, Ohnmachtsgefühle. Er weist sie nicht fort, aber immer wieder sanft an ihren Platz zurück. So können Dankbarkeit, Zuversicht und Vertrauen genauso Raum einnehmen. Das ist „ehrlich glauben“, denke ich. Und bald verschmelzen all die Fragen, Unsicherheiten, Ohnmachtsgefühle, Dankbarkeit, Zuversicht und Vertrauen zusammen zu diesem Frieden und ich höre auf zu denken. Beginne zu sein. In diesem Moment geschieht Heilung, wird Lebenskraft erneuert. Ich trage nichts dazu bei, ausser dass ich zulasse, dass ich bin und dass Gott ist.