Glaube

Ich will keinen abgeklärten Glauben,
bei dem alles mit dem Verstand erfasst,
und jegliche Zweifel mit Logik aus dem Weg geräumt werden können.

Ich will keinen gesetzlichen Glauben,
bei dem es hauptsächlich darum geht, zu definieren, was gut und richtig ist,
und was falsch ist zu verurteilen.

Ich will einen kindlichen Glauben,
der frei und unbeschwert, aber ehrlich-echt ist. Und ja, vielleicht sogar naiv.

Ein Glaube,
bei dem ich schwach und Gott gross sein kann.

Ein kindlicher Glaube klammert sich nicht zwanghaft an sogenannte «biblische Wahrheiten» fest. Ein kindlicher Glaube weiss, dass alle menschliche Erkenntnis nur Stückwerk ist, die Vorstellung eines allmächtigen Gottes unseren Verstand übersteigt und wir die Wahrheit schlussendlich doch nur ansatzweise erahnen können.

Ein kindlicher Glaube blendet Widersprüche nicht einfach aus oder lässt keine theologischen Fragen zu – Kinder haben viele Fragen! – doch sie stehen nicht im Zentrum.

Im Zentrum steht die Liebe eines grossen Gottes, die weder mit menschlichem Denken erfasst noch mit Regeln kalkuliert oder skaliert werden kann.
Eine Liebe, die auf wundersame Weise nicht nur diejenigen beschenkt und bewegt, die sie empfangen haben, sondern, einmal ausgegossen, unaufhaltbar weiterfliesst in dieser Welt.

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